Publikumserfolg für den Startup-Tag Zentralschweiz

Der grosse Besucherandrang 2016 und 2017 zeugt von einem erfreulichen Interesse an Neugründern in der Zentralschweiz.

Neue Business-Ideen sind gefragt und deshalb sind Plattformen für die Präsentation und das Networking ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Der Startup-Tag Zentralschweiz bringt angehende Neuunternehmer mit Experten und Coaches zusammen.

Drei Beispiele der Finalisten 2016/2017 seien an dieser Stelle kurz erörtert.

Pollenmessgerät aus Luzern hilft Allergikern

Mit grossem Stolz durfte das Startup-Unternehmen Swisens AG am Startup-Tag 2017 den 1. Preis entgegennehmen. Die junge Firma mit Erny Niederberger, Reto Abt und Philipp Burch ist ein Spin-Off der Hochschule Luzern – Technik und Architektur und entwickelt innovative Messgeräte zur Identifikation von Pollen in Echtzeit.

 

Pollenallergiker merken heute auf Grund der Symptome, dass Pollen in der Luft sind. Dann ist es bereits zu spät, denn sie sind schon in Kontakt mit den Pollen gekommen. Wünschenswert ist eine frühzeitige Warnung der Betroffenen, so dass sie Massnahmen ergreifen können um den Kontakt mit den Pollen zu minimieren und die Symptome zu lindern. Dank den innovativen Swisens Pollenmessgeräten wird künftig die Messung der regionalen Pollenbelastung in Echtzeit ermöglicht und damit die Pollenprognose viel zuverlässiger. Die Symptome von Pollenallergikern können so reduziert und ihre Lebensqualität verbessert werden. Reto Abt sieht ein grosses Potenzial für Swisens: «Aktuell liegt unser Fokus bei der automatischen Detektion und Identifikation von Pollen, da über 20% der Schweizer Bevölkerung von solchen Allergien betroffen sind. Die Pollen werden wir nicht verschwinden lassen können, doch Echtzeitmessungen ermöglichen eine präzise Pollenprognose und damit eine frühzeitige Warnung. Damit helfen sie betroffenen Personen belastete Gebiete zu meiden oder rechtzeitig Gegenmassnahmen zu ergreifen.»

Ausblick

In einer Machbarkeitsstudie konnten die drei Ingenieure nachweisen, dass das von ihnen entwickelte Messverfahren funktioniert. Nun werden feldtaugliche Prototypen entwickelt. Diese werden im Freien unter realen Bedingungen getestet, so etwa bei Meteo Schweiz. Die Entwicklungs- und Testphase dauert voraussichtlich zwei Jahre. Anschliessend wollen die drei Unternehmer die Geräte industrialisieren. Bis 2025 sollen 25 Vollzeitstellen in der Zentralschweiz entstehen.

 

 

 

www.swisens.ch



Esther Cahn gewinnt mit Signifikant.biz den GRID-Preis

Die Signifikant Solutions AG entwickelt eine Software zur Optimierung von grossen Werbekampagnen. Ein umfassendes Know how im Bereich Kampagnen, innovative Datenmodelle und intelligente Algorithmen bilden die Grundlage für den Erfolg des jungen Unternehmens. Gründerin Esther Cahn stellt sich ein paar Fragen:

 

Esther Cahn, was hat der Gewinn des GRID-Preises bei dir ausgelöst?

Der Gewinn des GRID-Preises im August 2017 kam genau richtig. Er war in einer frühen Phase eine schöne Bestätigung für unsere Anstrengungen. Aber nicht nur der Preis selber sondern auch der Weg dahin war eine Bereicherung. Die Vorbereitung auf den Startuptag mit dem von der HSLU bzw. SmartUp angebotene Pitch-Training mit Jan Fülscher, die Vorausscheidung und dann natürlich der Pitch am Startuptag selber waren eine super Vorbereitung auf viele Pitch-Situationen die danach folgten. Und unser Erfolg am Startuptag wurde definitiv auch wahrgenommen. Insbesondere in den sozialen Medien war das Echo gross. Ich glaube viele Leute haben dadurch definitiv kapiert, dass wir es ernst meinen. 

 

Wie lautet deine Business-Idee in kurzen Worten?

Wir entwickeln eine Software, die es Werbeauftraggebern möglich macht, zu erfahren, woher der Erfolg ihrer Werbekampagnen kommt. Mit Big Data-Methoden ermittelt unsere Software, welcher Kanal welchen Impact auf die Kampagne hat. Dadurch können die Werbeauftraggeber im Endeffekt mehrere 100’000 Franken pro Jahr einsparen oder sinnvoller investieren. 

 

Wer kann von deinem Angebot profitieren?

Unser Produkt richtet sich an Werbeauftraggeber mit einem Budget von mindestens 1 Mio. CHF. Das nicht etwa weil wir keine kleineren Betriebe als Kunden wollen, sondern weil unsere Methode ein gewisses Datenvolumen benötigt, damit das Ganze funktioniert. 

 

Welches waren die grössten Hürden bis jetzt?

Wie bei andern Startups kommt man irgendwann an den Punkt, wo es ohne eine Finanzierung von aussen nicht mehr geht. Bei uns war es im letzten Herbst so weit. Damals musste ich mich entscheiden, ob ich das Ganze jetzt wirklich durchziehe oder nicht. Durchziehen hiess in diesem Fall meinen Teilzeitjob kündigen und mich ohne Netz und doppelten Boden ganz auf Signifikant zu fokussieren. Bezüglich der Finanzierung zeichneten sich erste Möglichkeiten ab, jedoch war noch längst nicht alles in trockenen Tüchern. Es brauchte damals ganz schön Mut, diesen Entscheid zu fällen. Nach einem intensiven Gespräch mit meinem Innosuisse-Coach kam ich aber zum Schluss, dass jetzt der richtige Moment ist und wagte den Sprung - ohne es bisher auch nur eine Sekunde bereut zu haben. 

Wo stehst du inzwischen mit dem Projekt?

Wir befinden uns mitten in der Entwicklung, welche unter anderem im Rahmen eines Innosuisse Forschungsprojektes erfolgt, welches wir mit der HSLU umsetzen. Bezüglich Finanzierung konnten wir erste Erfolge erzielen und sind nun dabei, das Team auszubauen. Zudem haben wir im letzten Herbst die Assessments des Technopark Luzern erfolgreich durchlaufen und im Januar unser Büro dort bezogen. Es macht grossen Spass in dieser inspirierenden Umgebung zu arbeiten und auch bezüglich der Suche nach einer Finanzierung haben wir von dieser Seite sehr viel Unterstützung erfahren. 

 

Welches sind die nächsten Schritte?

Im Moment geht es insbesondere darum, das Team auszubauen und der  Entwicklung weiter Vollgas zu geben. Zudem heisst es bei uns «nach der letzten Finanzierungsrunde ist vor der nächsten», denn wir haben noch viel vor in den nächsten Monaten.

 

 

31.3.2018, Beni Stocker

 

 



Funktionale Backmischungen

Wie kommen Menschen zu einem besseren Körpergefühl? BAKEYOURTHING bietet funktionale Brotbackmischungen an, die Personen bei der Erreichung ihrer körperlichen und sportlichen Ziele unterstützen. Brot ist ein Produkt, das sich in jedem Supermarkt, Convenience Store und Restaurant findet. Doch Brot geniesst nicht bei jedem einen guten Ruf. Es wird oft als ungesunder Satt- und Dickmacher mit zu vielen schlechten Kohlenhydraten verurteilt. BAKEYOURTHING lanciert Backmischungen ohne Zusatzstoffe, zugesetztem Zucker, vegan und laktosefrei.

 

Die Mischungen sind so konzipiert, dass der Kunde lediglich Wasser hinzufügen muss. Für die Herstellung der Brote mit den neuen Backmischungen gilt der Grundsatz «Einfach und unkompliziert». 

Die funktionalen Backmischungen, die man in der Schweiz online kaufen kann, werden alle vom Ausland importiert. Die Produkte sind verhältnismässig teuer und werden nur über Handelsplattformen angeboten. Im Detailhandel werden keine vergleichbaren Produkte angeboten. Die Produktion findet in der Behindertenwerkstatt Rütimattli statt. Mit dem Rütimattlli steht ein flexibler und zuverlässiger Partner zur Verfügung, der auch Kleinstmengen abfüllen kann und für die Produktion von Lebensmitteln ausgestattet ist.

 

Die Kernzielgruppe für BAKEYOURTHING sind Personen, die sich  für gesunde Ernährung interessieren, sowie körperliche und sportliche Ziele verfolgen. Sie werden zum Start mit drei Produkten bedient. Eines mit erhöhtem Proteinanteil und ohne Kohlenhydrate (no-carb), welches den Muskelaufbau fördert. Eines mit vielen komplexen Kohlenhydraten für längere Ausdauer und langanhaltende Sättigung und eines, dass das Gleichgewicht der Verdauung fördert.

 

Hier geht's zum Video

 

Hier geht’s zum Shop:

www.bakeyourthing.com

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Gesunde Baby-Nahrung «swiss made»

Den Siegerpreis von 2000 Franken durfte im August 2016 das Team YAMO mit grossem Stolz entgegennehmen. Die drei Co-Founder Tobias Gunzenhauser, Luca Michas und José Almado Blanco haben sich auf die Produktion von hochwertigem und nährstoffreichem Baby Food auf die Fahne geschrieben: «Unser Startup macht viel Freude, weil wir jeden Tag tolles Feedback von begeisterten Müttern und Vätern erhalten.» Die Preisverleihung 2016 in Luzern war für alle ein Highlight: «Der Startuptag 2016 bleibt uns in guter Erinnerung, weil er eindrücklich gezeigt hat, wie viele tolle Ideen und motivierte Jungunternehmer es in der  Zentralschweiz gibt.» Warum gründen drei Männer – wohlverstanden kinderlos – ein Startup für Baby Food? Die Antwort mag überraschend simpel klingen: «Es gibt sehr viel Junkfood und der Innovationsgrad in der Babynahrungsindustrie kann nicht mit den gestiegenen Ansprüchen heutiger Eltern standhalten. Wir sehen die Chance, ein sehr frisches Bio-Produkt herzustellen, das lange haltbar ist und möglichst keine Nährstoffe verliert.» Inzwischen ist ein intensives Jahr vergangen und YAMO steckt bereits in der Produktion der ersten Serien inklusive eigener Verpackungen.

 

www.yamo.ch



Plattform für regionale Künstler

Ein weiteres Beispiel aus der Finalrunde der sechs besten Business-Modelle ist als Internetplattform für regionale Künstler hervorgegangen. Wie können unbekannte lokale Künstlerinnen und Künstler ihre Werke einem breiten Publikum anbieten und verkaufen? Alexandra Scherrer und ihr Team sehen hier grosses Potenzial.

 

Auf einer Plattform sollen Originalwerke präsentiert werden, die man sich leisten kann. So können lokale Kunstschaffende ihre Werke verkaufen und den Kunstinteressierten bietet sich eine neue Option für erschwingliche Kunst an. Diese Business-Idee ist im Rahmen einer Projektarbeit im Studium Online Marketing an der Hochschule Luzern entstanden. Alexandra Scherrer: «Es ist unser 1. Startup-Projekt, also unser 1. Gehversuch! Der Startup-Tag 2016 war ein spannender Tag in der Messe Luzern. Der Event hat uns motiviert und angetrieben.» 

 

Auf die Frage, ob diese Business-Idee leicht kopierbar sei, gibt Alexandra Scherrer eine spannende Antwort: «Jedes Projekt ist kopierbar, so auch unser Modell. Aber: Unser Team ist nicht kopierbar. Unsere Köpfe, unsere gemeinsame Motivation, unsere sehr vielseitigen Erfahrungen im Online Business, in der Kommunikation und in der Technologie, das alles kann uns niemand nehmen.» interessant ist auch, dass sich bei vielen Startups die Projektideen früher oder später verändern, so auch bei artiazza.com: «Das System ist dynamisch und das soll und darf es auch sein. Wir haben inzwischen die Idee realisiert, dass der Künstler bei späteren Wiederverkäufen seines Bildes über artiazza.com mit 5% des Erlöses automatisch partizipieren kann. Zudem investieren viel in die Qualität. Oder wir beraten die Künstler mittels FAQ und Blog. Wir geben ihnen Support, um sich selber und ihre Bilder besser zu präsentieren. Das beginnt bei guten Fotos, über aussagekräftige Beschreibungen, CV etc. Die hochgeladenen Produktefotos werden in einem definierten Freigabeprozess von uns geprüft.

 

 

 

Das Artiazza-Team mit Alexandra Scherrer, Franziska Luginbühl, Martina Bühler und Armin Herbsthofer hat das Projekt selber finanziert: «Wir sind der Meinung, dass man nicht allzu früh auf Crowdfunding-Plattformen Geld einsammeln sollte sondern erst dann, wenn das Projekt einen gewissen Reifegrad zeigt. In naher Zukunft könnte dies jedoch aktuell werden.»

 

Die Plattform ist bereits seit einiger Zeit im Live-Betrieb und es wurden schon weit über 30 Transaktionen erfolgreich durchgeführt. «Artiazza.com tritt an, um den Kunstmarkt zu demokratisieren..!» so die Headline in der Limmattaler Zeitung. Es wäre der jungen Crew zu gönnen, dieses grosse Ziel zu erreichen – wer weiss, vielleicht sogar weltweit.

 

 

www.artiazza.com